leophard
Wasserkunst/Wasserspiele
ÖFFENTLICHE WERKE UND KONZEPTE
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PRATER NEU

Prater Neu

Im Zuge der geplanten Erneuerung des Wiener Wurstelpraters wurde 2003 für das Konzept von Projekt LEOPHARD - ein Pavillon des Wassers mit 35 wundersamen und bespielbaren Objekten - ein Preis vergeben.

Beitrag zum Ideenfindungsprozess PRATER NEU

Meine künstlerische Arbeit setzt sich mit erstaunlichen und wenig bekannten Wasserphänomenen auseinander. Seit 15 Jahren betreibe ich mein „Wasserforschungsprojekt“ LEOPHARD, dessen Ergebnisse im In- und Ausland, in Themenparks, im öffentlichen Raum, sowie in Institutionen und Schulen (Schulprojekte) zu sehen sind. Das Thema des Art-Projekts Leophard ist das Subtile, die wundersamen, manchmal auch verstörenden Wirkungen minimaler Kräfte. Zauber und Poesie, Rätsel und Geheimnis evozierten immer schon eine tiefe und nachhaltige Lust am erforschenden Spiel mit den Kräften und Gegebenheiten dieser Welt.

Ich habe herausgefunden, wie man Wasser zum Brüllen, Grunzen, Lachen und Weinen bringt (Aqua Bryll), wie es lautlos fällt (Aqua Mystica), eine lebensgroße Puppe zum Leben erweckt (Aqua Max), sich als „Kino“ zeigt (Aqua Lumen), zum Jongleur wird (Aquatist) u.v.a.m.

Mein Vorschlag zum Thema PRATER NEU ist daher ein Pavillon des Wassers.

Ein Pavillon des Wassers,
der einerseits die Erinnerung an das internationale „Jahr des Wassers: 2003“ und seinen Wert als Lebensgrundlage (Wassercharta) aufrecht erhält. Andererseits könnte auch der Bezug Wiens zum Wasser (Stadt an der Donau, bestes Trinkwasser Europas) touristisch umgesetzt werden.

Im Pavillon soll die Lust am Spiel mit den Kräften, sowie das Staunen und Forschen angesichts dieses geheimnisvollen Elements im Vordergrund stehen:

Wasser als Artist und Schausteller
Im Gegensatz zu schnellem Entertainment, Nervenkitzel und Sensationsmarketing sind es – durchaus in der Tradition des „ursprünglichen“ Praters – eher subtile, hintergründige und rätselhafte (vielleicht auch ein wenig verstörende) Erscheinungen, die Betrachter und Agierende in den Bann ziehen und nachhaltige Eindrücke hinterlassen, manchmal auch die helle Freude.

Die durchschnittliche Verweildauer in Interaktion mit einem meiner Exponate beträgt 3-15min.

Ganzjähriger Betrieb
In der kalten Jahreszeit könnte der Pavillon zusätzlich als Veranstaltungsort fungieren: Filme, Seminare, öffentliche Vorträge, Tagungen und Symposien rund um das Wasser könnten zum einen:
Wien zum internationalen Austragungsort für „Wasserfragen“ werden lassen,
denn leider wird in vielen Ländern der Erde der Wasserhaushalt mehr und mehr zu einer Existenzfrage, Wasserknappheit und falscher Umgang mit den Ressourcen könnten zum Kampf um Wasser, zu überregionalen Konflikten und politischer Instabilität führen.
Zum anderen:
ein Forum sein für das wachsende Interesse der Bevölkerung am Thema „lebendiges Wasser“ (Stichwort „Granderwasser“, oder die Erkenntnisse des Viktor Schauberger) und den diesbezüglich neuesten Stand in der Biotechnik.
Spätestens seit den Überschwemmungen des vergangenen Sommers ist die Frage nach einer den Eigenschaften des Wassers gemäßen, naturnahen Regulierung von öffentlichem Interesse.
Selbstverständlich sind auch Wasser(Spiel)-Workshops mit Schulklassen und Kindern (als ein Gegengewicht zur Virtualisierung der jugendlichen Welt) ein konstituierender Bestandteil des „Winterbetriebs“.

Standort 1
In Anbindung zur „Freizeitoase Stadionbad“: wodurch im Sommer – beide Örtlichkeiten haben ja Wasser zum Thema – ausreichend Besucher garantiert wären.

Standort 2
Direkt an der Donau, auf Höhe Messegelände, wodurch die Ausweitung des Pavillons ins Freie, zu einem Wasserpark (der Donaustrom) möglich wäre, andererseits im dortigen, von der Bahn geprägten Uferstreifen, ein kultureller Punkt entstehen könnte, der einen Brückenkopf zu einer Verbindungsachse Donau-Messegelände darstellt:
Messebesucher könnten – eine Schiffsanlegestelle vorausgesetzt – auch übers Wasser anreisen, den Pavillon besuchen, dann über den Kafkasteg Bahn und Kai überqueren und mit einem Kurzshuttle durch die Kafkagasse zum Messeeingang gebracht werden (derzeit 470m).

Auch Ausflugsschiffe könnten an der „Station Messegelände“ halten und der Wasserpavillon ein Bestandteil des touristischen Angebots sein. Der Wasserpavillon an der Donau kann zu einem Raum für familiengerechte Erfahrungen mit strömenden Gewässern werden -etwa einer vom Besucher selbst gesteuerten und „beheizten“ Schifffahrt (im abgegrenzten Areal) mit einem „Put-Put-Boot“ wofür wenige Holzscheite genügen, um ungefährlich und ohne Maschine per Dampfkraft vorwärts zu kommen. (Vielleicht ist die kleine Variante davon – das Kerzenboot für die Badewanne – noch bekannt.)

Gastronomie
Ist im Pavillon vorhanden. Ich denke an eine leichte, nicht hochpreisige Qualitätsküche mit wenig Herstellungsaufwand.
Um das kulinarische Angebot abwechslungsreich zu halten, könnte man die Einrichtung vielleicht immer nur kurzfristig an ausgewählte Betreiber vermieten, wie sie ja auch anderswo für Veranstaltungen zur Verfügung stehen (Stichwort: Rathausplatzgastronomie) was eine Anpassung des Speisenangebotes an das Thema des jeweils stattfindenden Seminars/Symposiums, etc. (z.B. Wokküche bei asiatischen Tagungen) ermöglicht.

Detail am Rande: Das Element Wasser müsste auch im Gastbereich nicht ausgespart bleiben – die Küche könnte einsehbar gestaltet werden (spannend beim Wokkochen). Der von den Speisen aufsteigende nährstoffreiche Wasserdampf wird, gut sichtbar in einem Glasballon, kondensiert und gefiltert, dann in einer Glasröhre zu einem Wasserpflanzenarrangement geleitet, das vielleicht aus fleischfressenden Pflanzen besteht, die vom Personal hin und wieder mit Speiseresten gefüttert werden (augenzwinkernde Darstellung des Recyclinggedankens).

Wasserlustgarten nach romantischem Vorbild, mit einem Pavillon der Mysterien im Zentrum, sowie einer fliegbaren Gießmaschine

Alleen mit Baumkronen dicht an dicht schirmen das Tageslicht ab und öffnen sich zu hellen Plätzen. Der Garten bietet neben den Wasserattraktionen auch Verweilorte, etwa steinerne Tische und Bänke, begehbare Rasenflächen und bukolische Winkel.
Die Aktionszone ist durch hohe blickdichte Hecken und einem Übergangsbereich vom „verwunschenen“ Teil des Gartens abgeschirmt. Eine Gaststätte mit Außenbereich hat vom Picknickkorb über Menüs bis zu A-la-carte-Speisen alles zu bieten.
An den Pavillon der Mysterien, der 14 Wasserwunder und ein Wassermusik-Zimmer beherbergt, ist eine Werkstatt angeschlossen, die einerseits vom Techniker für Reparaturen genützt wird, andererseits Schülern, Lehrern und Interessierten für Workshops und Seminare zum Thema „Metall und Wasser“ zur Verfügung steht.
Die Ergebnisse dieser mehrtägigen Veranstaltungen können Teil des Wasser-Skulpturengartens werden, oder als temporäre Sonderschau präsent sein
Wesentlicher Teil des Gartens ist eine große Wasserfläche, Heimat des Aqua Max, aber auch schiffbares Gewässer für Fahrten mit einem Put Put Boot, wo man ohne Maschine, nur durch Verheizen einiger Holzscheiter mit der Rückstoßkraft des Dampfes über den See tuckern kann. Dieses Boot könnte auch das Produkt eines Workshops „Metall und Wasser“, z.B. mit HTL-Schülern sein. An Regentagen werden den Besuchern beim Eingang Schirme ausgehändigt, die am Ausgang wieder abzugeben sind.
Zu Regenzeiten beginnen zusätzliche Objekte zu arbeiten: Die Regenklangmaschinen, welche auf unterschiedliche Weise Regenwasser sammeln und in sanfte Töne verwandeln. Sie können ebenfalls Produkte von Workshops sein.
Hauptattraktion des Aktionsbereiches ist eine pilotierbare Gießmaschine, in Gestalt eines fantastischen zweirotorigen Helikopters, der an einem 10 Meter langen Hebelarm mit Gegengewicht elektrisch im Kreise geflogen werden kann – Fluggäste inbegriffen. Der Flug findet tatsächlich nicht hydraulisch, sondern durch die Drehgeschwindigkeit der beiden Rotoren statt, welche von zwei Piloten beeinflusst wird. Hydraulische Elemente kommen nur zur Sicherung (Dämpfung) und Geschwindigkeitsbegrenzung zum Einsatz. Für eine Spende an Regionen, die an Wassernot leiden,, darf jedermann einen Navigationsflug zu einem Pflanzenareal wagen, um es via Helikopter zu begießen.

Im Winter bewirkt eine Beschneiungsanlage die Verzauberung des Gartens und ermöglicht unabhängig von regionalen Schneefällen alle Arten von Spielen und Erfahrungen mit gefrorenem Wasser.
Mit der Einplanung eines Kühlraums besteht zudem die Möglichkeit während der kalten Jahreszeit, aber frostunabhängig, Eisblöcke zu erzeugen, die von Künstlern zu Skulpturen bearbeitet werden, um schließlich einen von innen beleuchteten Eisskulpturenhain zu bilden. Das Zuschauen beim Entstehen solcher Skulpturen bietet ein Erlebnis, ebenso können Workshops zur Eisformung abgehalten werden

Gesamtfläche 20.000 Quadratmeter,
davon Eventflächen 2.200 Quadratmeter.

© LEOPHARD /Gerhard Zsambok

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